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Bettina Bartz, +49 (0)221 9 47 14-439 bartz@gs1-germany.de StandardS | 29 MÄrkte & trends Gute Besserung – mit dem Barcode Hersteller in der Verantwortung In Heidelberg wird die Einführung des neuen Systems von einem ausgeklügelten Fehlermanagement begleitet, um die Anzahl fehlerhafter Scanvorgänge von Anfang an zu reduzieren. Derzeit lesen die Mitarbeiter im gesamten Klinikum täglich etwa 600 Produkte ein, mittelfristig soll die Anzahl der Scans auf bis zu 5.000 steigen. Für einen reibungslosen Arbeitsablauf müssen jedoch einige Bedingungen erfüllt sein: „Scannen ist nur dann schnell und effizient, wenn der Barcode an der richtigen Stelle aufgebracht ist, die Verpackung nicht mehr als einen Barcode trägt und im Idealfall das Produkt auf seiner Einzelverpackung oder sogar direkt mit einem Barcode gekennzeichnet ist“, erläutert Tobias Schneider. Dabei sind die Kliniken auf die Hersteller angewiesen – in ihrer Hand liegt es, welche Barcodes in welcher Form auf der Verpackung landen. Unter anderem haben sich neben der EK-UNICO auch die Klinik-Einkaufsgemeinschaften, die im Bundesverband der Beschaffungsinstitutionen in der Gesundheitswirtschaft (BVBG) organisiert sind, dafür ausgesprochen, dass medizinische Produkte auf verschiedenen Verpackungsebenen per GTIN eindeutig identifiziert werden. Die Stammdaten sollen elektronisch über GS1-Standards ausgetauscht werden. Die Mitarbeiter des Heidelberger Universitätsklinikums sind bereits jetzt von den Möglichkeiten des Scannens überzeugt. Die neue Transparenz erleichtert die Arbeit des Pflegepersonals, die Klinikverwaltung profitiert von der genaueren Verbrauchsübersicht bei der Abrechnung mit der Krankenkasse und kann ihre Budgetsteuerung und das Einkaufsmanagement verbessern. Auch Aufwand und Kosten für das Einrichten der automatischen Materialerfassung hielten sich in Grenzen: Zusätzlich zu den bereits vorhandenen IT-Lösungen investierte die Klinik lediglich in neue KameraScanner und einige Computer. Vielfältige Möglichkeiten zur Prozessoptimierung Neben der Registrierung des Materialverbrauchs, wie sie nun in Heidelberg betrieben wird, bieten die GS1-Standards viele weitere Einsatzmöglichkeiten in Krankenhäusern: Patienten können mithilfe moderner Barcode-Technologien leichter erfasst und ihre Versorgung besser gewährleistet werden; Informationen wie das Verfallsdatum, die Chargenoder Seriennummer, die im Barcode mitgeliefert werden, helfen bei einer automatisierten Kontrolle von Medikamenten oder Medizinprodukten. Auch für die Patientendokumentation, die Chargenrückverfolgbarkeit und Rück rufaktionen ist die maschinenlesbare Speicherung der Nummern sinnvoll. Verschiedene Kliniken profitieren bereits vom Einsatz der Standards: So spart etwa das St.-Marien-Hospital in Bonn durch das Scannen von Materialien auf das Jahr gerechnet 472 Stunden Arbeitszeit ein. Und schon nach kurzer Anlaufzeit des Projekts in Heidelberg steht für Tobias Schneider fest: „Auch wenn wir noch keine finanziellen und zeitlichen Einsparungen durch das Scannen beziffern können, spüren wir die Vorteile täglich in unseren Abläufen. Und das, obwohl ein Viertel unserer Materialien noch nicht ausreichend gekennzeichnet ist. Deshalb lautet ein weiteres wichtiges Ziel, gemeinsam mit unseren Lieferanten eine optimale Produktkennzeichnung zu erreichen.“ Barcode Scanning im Krankenhaus: auch für die Mitarbeiter langfristig eine erhebliche Erleichterung | |
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